Check, check, test one, two: Ein Event ohne Mikrofon ist heute kaum vorstellbar. Doch wie ist dieser kleine Schallwandler eigentlich entstanden und wie funktioniert er? Wir erklären es dir und geben dir die wichtigsten Begriffe mit auf den Weg.
Die Entwicklung des Mikrofons geht Hand in Hand mit der Erfindung des Telefons. Mehrere Forscher wie Antonio Meucci oder Philipp Reis setzten sich bereits ab den 1830er Jahren mit der Übertragung von Schall auseinander und leisteten wertvolle Grundlagenarbeit. Als Urvater gilt jedoch der bekannte Audiologe und Tüftler Alexander Graham Bell, der 1876 ein Patent für das erste gebrauchsfähige Telefonsystem anmeldete.
Das CMV 3, auch genannt «Neumann-Flasche», ist das erste in Serie produzierte Kondensatormikrofon. (Quelle: Neumann)
Das erste Mikrofon – ein Kohlemikrofon – wurde schliesslich 1923 durch den deutschen Georg Neumann erschaffen. Rund fünf Jahre später brachte er mit dem CMV 3 schliesslich das erste industriell gefertigte Kondensatormikrofon auf den Markt. Das Gerät wog rund 3 Kilogramm und war 40 cm hoch. Die Firma Neumann existiert übrigens bis heute und gilt als eine der führenden Manufakturen von Studiomikrofonen.
Rund 100 Jahre später können wir auf eine Vielfalt an Mikrofonen zurückgreifen. Für jeden Nutzungszweck gibt es das passende Gerät. Technisch gesehen unterscheiden wir heute hauptsätzlich zwischen folgenden Mikrofonarten:
Dynamische Mikrofone: Hier werden akustische Signale oder Schallwellen durch einen Wandler bzw. durch eine Spule in Schwingungen versetzt und so elektrische Wellen erzeugt. Zu dieser Mikrofonart zählt auch das Tauchspulenmikrofon, dessen Membran fest mit der Spule verbunden ist. Grundsätzlich eignen sich dynamische Mikrofone vor allem für den Einsatz an lauten Instrumenten.
Dynamisches Mikrofon
Kondensatormikrofone: In diesem Mikrofon ist eine Metallplatte elektrisch isoliert vor einer Membran angebracht. Durch eine externe Spannung mit 48 Volt Phantomspeisung entsteht eine elektrische Ladung, die wiederum die Schallwellen in ein Signal umwandelt. Das führt zu einer hohen Tonqualität und deshalb werden diese Mikrofone oft im Studiobereich eingesetzt.
Kodensatormikrofon
Elektretmikrofone: Dieses Mikrofon gleicht im Aufbau dem Kondensatormikrofon. Der Unterschied ist, dass eine Elektretfolie verbaut ist und somit externe Spannung notwendig ist. Rund 90% aller weltweit verbauten und hergestellten Mikros sind Elektretmikrofone.
Ist dir das zu komplex? Kein Problem. Wichtiger ist, dass du weisst, welcher Mikrofontyp für welche Anwendung geeignet ist. So ist ein Ansteck-Mikrofon genauso ungeeignet für eine Bühnenshow wie ein Richtmikrofon für Studioaufnahmen.
Möchtest du mehr über Mikrofone erfahren? Dann höre unseren «RADAR – der Habegger Podcast» mit dem Audioexperten Konstantin Kommnick.
Ansteck-Mikrofon / Lavalier: Kommt bei Videoaufnahmen wie z.B. Reportagen oder Interviews zum Einsatz. Es ist klein und handlich, lässt sich gut unsichtbar anbringen, kann jedoch nur eine konzentrierte Schallquelle aufnehmen. Sprich: Es ist nicht für laute Umgebungen geeignet. Nichtsdestotrotz wird es häufig bei Live-Events eingesetzt. Dies hat zur Folge, dass das Audio schwierig zu handeln ist.
Handmikrofon: Bei Events ein verbreitetes Mikrofon. Es lässt ich weiterreichen, eignet sich auch bei lauten Umgebungsgeräuschen und sorgt für einen guten Ton – sofern der Redner das Mikrofon akkurat direkt unter dem Kinn hält.
Kopfbügelmikrofon: Dieses Mikrofon sieht man auch sehr häufig bei Bühnenproduktionen. Der Vorteil ist, dass das Mikrofon am Nacken des Sprechers befestigt ist, der optimale Abstand zum Mund gewährleistet werden kann und auch beide Hände frei sind.
Richtmikrofon: Das Richtmikrofon sieht man häufig in Videoproduktionen. Meist wird es auf der Kamera positioniert und dient zur Aufnahme von zusätzlichen Umgebungsgeräuschen. Professionelle Richtmikrofone mit einer grossen Reichweite werden auch gerne für Tierfilme eingesetzt.
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